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Dekanülierung/ Kanülenwechsel |
Innerhalb der ersten 9 Tage nach
PDT darf nach einem Dekanülement niemals primär ein
Rekanülierungsversuch erfolgen. Der erste Kanülenwechsel sollte
ebenfalls nie vor dem 10. postoperativen Tag nach Stomaanlage
durchgeführt werden.
Das mittels PDT
angelegte Tracheostoma weist einige Besonderheiten gegenüber
einem operativ angelegten Stoma auf. Bedingt durch die
Dilatationsmethode, ist das Stoma kaum größer als der
Außendurchmesser der platzierten Trachealkanüle. Das führt zu
einer sehr guten Tamponade kleinerer durch die Dilatation
verursachter Blutungen und zu einer deutlich geringeren
Infektionsrate als bei operativen Stomata.Da bei der Dilatation
die einzelnen Gewebeschichten nicht durch Präparation und
Unterbindung einzeln mobilisiert und getrennt, sondern durch den
Dilatator auseinandergedrängt werden, entsteht ein primär nur
wenig stabiles Stoma. Bei Entfernungen der Kanüle kommt es zu
einer Verschiebung der prätrachealen Schichten gegeneinander (Kulissenphänomen).
Das Phänomen ist umso ausgeprägter, je mehr die Punktion der
Trachea von der Mitte abweicht und je
„frischer“
das Tracheostoma ist. Ein ausreichend bindegewebig organisierter
Kanal bildet sich erst ab dem 7. bis 10. postoperativen Tag aus.
Dadurch kann ein
gewolltes oder versehentliches Dekanülement vor dem 10.
postoperativen Tag zu erheblichen Problemen beim
Rekanülierungsversuch führen. Es können schwer berherrschbare
Blutungen, Trachealverletzungen und Kanülenfehllagen im prä-
oder peritrachealen Gewebe resultieren. Erfolgt über eine
paratracheal liegende Kanüle eine Beatmung können innerhalb
kürzester Zeit ein Mediastinalemphysem, ein Pneumothorax oder
ein Larynxemphysem entstehen.
Das Larynxemphysem
führt innerhalb weniger Minuten dazu, dass ein vorher
intubierbarer Patient zu einem Patienten mit einer
„can't intubate and can't
ventilate“-Situation wird. Daher gilt der Grundsatz, dass
kein Rekanülierungsversuch vor dem 10. Tag nach
Dilatationstracheotomie erfolgen darf. Der Patient wird
orotracheal intubiert und anschließend unter endoskopischer
Kontrolle, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von Seldingerdraht
und Dilatationsgerät, rekanüliert.
Aus diesem Grundsatz
ergibt sich zwangsläufig, dass Patienten mit schwierigen
Intubationsverhältnissen und einem durch direkte Laryngoskopie
nicht einzustellenden Kehlkopfeingang nicht mittels PDT, sondern
immer operativ tracheotomiert werden müssen.
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